Von Menschen und Göttern – Des hommes et des Dieux (Frankreich 2010)
Ein Film von Xavier Beauvois
Algerien, Mitte der neunziger Jahre: das Land wird von einem grausamen Bürgerkrieg zerrissen, der zwischen der Armee und staatlichen Milizen einerseits und verschiedenen, auch untereinander verfeindeten islamistischen Gruppen andererseits mit beispielloser Brutalität tobt – 200 000 Tote, Massaker, Terroranschläge – ein schwarzes Jahrzehnt, das bis heute Politik und Gesellschaft in Algerien prägt. In einem Kloster in den Bergen führen neun französische Mönche ein friedliches, asketisches Leben. Harmonisch leben sie mit der islamischen Bevölkerung zusammen, besuchen deren rituellen Feste, setzen sich mit dem anderen Glauben auseinander. Zudem versorgen sie die arme Landbevölkerung medizinisch und mit Hilfsgütern.

Als in der Nähe des Klosters eine Gruppe von Ausländern von islamistischen Rebellen getötet wird, spüren die Mönche, dass sie hinter ihren Mauern nicht mehr sicher sind. Nach einer langen und verzweifelten Diskussion beschließen sie dennoch zu bleiben, weil sie jetzt an diesem Ort am meisten gebraucht werden – und geraten so zwischen die Fronten.
Xavier Beauvois‘ Film – nach einer wahren Geschichte – beginnt mit einem multikulturellen Zusammenleben, das heutzutage fast utopisch scheint. Die Mönche in diesem Film möchten nicht missionieren, sondern – wie es ihr Glaube vorschreibt – uneigennützig helfen. Auch stehen sie dem Islam und seinen Traditionen aufgeschlossen gegenüber.